Sichere Passwörter: Die unterschätzte Schwachstelle in Unternehmen
Veröffentlicht am 30. March 2025

In der heutigen digitalen Geschäftswelt sind Passwörter nach wie vor das primäre Mittel zur Authentifizierung und zum Schutz sensibler Unternehmensdaten. Dennoch zeigen zahlreiche Studien, dass viele Unternehmen in Deutschland erhebliche Schwächen im Umgang mit Passwörtern aufweisen. Laut einer Studie von Bitkom aus dem Jahr 2024 waren bis zu 74% der Unternehmen von digitalem Diebstahl betroffen, wobei in 35% der Fälle Passwörter das Ziel der Angriffe waren.
Die Bedeutung sicherer Passwörter
Passwörter dienen als erste Verteidigungslinie gegen unbefugten Zugriff auf Unternehmensressourcen. Ein schwaches oder kompromittiertes Passwort kann Cyberkriminellen Tür und Tor öffnen, was zu Datenverlust, finanziellen Schäden und Reputationsverlust führen kann. Trotz dieser Risiken verwenden viele Mitarbeiter weiterhin einfache und leicht zu erratende Passwörter. Beispielsweise zeigt eine Analyse der häufigsten Passwörter in Deutschland, dass Kombinationen wie "123456" und "password" nach wie vor weit verbreitet sind.
Best Practices zur Erstellung sicherer Passwörter Um die Passwortsicherheit in Unternehmen zu erhöhen, sollten folgende Richtlinien beachtet werden:
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Länge und Komplexität: Ein sicheres Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein und eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
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Vermeidung persönlicher Informationen: Namen, Geburtsdaten oder einfache Tastaturmuster sollten vermieden werden, da sie leicht zu erraten sind.
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Einzigartigkeit: Für jedes Konto sollte ein individuelles Passwort verwendet werden, um zu verhindern, dass bei einem kompromittierten Konto auch andere Zugänge gefährdet sind.
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Regelmäßige Aktualisierung: Passwörter sollten regelmäßig geändert werden, insbesondere nach Sicherheitsvorfällen oder bei Verdacht auf Kompromittierung.
Implementierung effektiver Passwort-Richtlinien
Unternehmen sollten klare Passwort-Richtlinien etablieren und deren Einhaltung sicherstellen. Wichtige Aspekte dabei sind:
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Mindestanforderungen festlegen: Definieren Sie klare Vorgaben zur Passwortlänge und -komplexität.
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Passwort-Ablaufzeiten: Legen Sie fest, in welchen Intervallen Passwörter geändert werden müssen, wobei ein zu häufiger Wechsel vermieden werden sollte, da dies zu unsicheren Praktiken führen kann.
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Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Ergänzen Sie Passwörter durch zusätzliche Sicherheitsfaktoren wie Einmalcodes oder biometrische Verfahren.
Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Awareness-Training
Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus, wenn Mitarbeiter sich der Bedeutung sicherer Passwörter nicht bewusst sind. Regelmäßige Schulungen und Awareness-Trainings sind essenziell, um ein Sicherheitsbewusstsein zu schaffen und die Einhaltung der Passwort-Richtlinien zu fördern. Themen solcher Trainings sollten unter anderem die Risiken von Passwort-Wiederverwendung, Phishing-Angriffe und der Umgang mit Passwort-Managern sein.
Durchführung von IT-Sicherheitschecks
Ein regelmäßiger IT-Sicherheitscheck hilft dabei, Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren und zu beheben. Dabei sollten insbesondere die Passwortpraktiken der Mitarbeiter überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Tools wie der Cyber Risiko Check können Unternehmen dabei unterstützen, ihre Sicherheitslage zu bewerten und gezielte Maßnahmen abzuleiten.
Fazit
Sichere Passwörter sind ein fundamentaler Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie jedes Unternehmens. Durch die Implementierung robuster Passwort-Richtlinien, regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter und kontinuierliche Sicherheitsüberprüfungen können Unternehmen das Risiko von Cyberangriffen signifikant reduzieren. Es ist an der Zeit, dass Unternehmen die Bedeutung sicherer Passwörter erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um ihre digitalen Assets zu schützen