IT-Sicherheit in kleinen Unternehmen: Warum Standardlösungen nicht ausreichen
Veröffentlicht am 27. March 2025

Standard-Software wie Microsoft 365 oder Google Workspace ist in vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Einsatz. Sie ermöglichen reibungslose Abläufe, flexible Zusammenarbeit und effiziente Verwaltung – doch bei der IT-Sicherheit reicht das oft nicht aus. Wer sich allein auf Bordmittel verlässt, setzt die eigene Computersicherheit aufs Spiel. Warum das so ist, welche Risiken bestehen und wie Sie Ihre IT-Sicherheit prüfen und gezielt verbessern, erfahren Sie in diesem Artikel.
Warum Standardlösungen nicht genügen
Produkte wie Microsoft 365 und Google Workspace bieten zwar Basisfunktionen in Sachen Sicherheit, doch gerade beim Schutz vor modernen Cyberbedrohungen stoßen sie schnell an ihre Grenzen:
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Microsoft 365 schützt nicht ausreichend vor gezielten Phishing-Kampagnen, Ransomware und Zero-Day-Exploits. Für Funktionen wie E-Mail-Verschlüsselung, erweitertes Threat-Management oder granulare Rechtevergabe ist ein Zusatzprodukt wie Volt erforderlich.
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Auch Google Workspace bietet viele Sicherheitsfeatures nur in den teureren Enterprise-Tarifen oder durch externe Erweiterungen.
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Microsoft Defender, früher eine brauchbare Basislösung für kleine Betriebe, wird heutigen Bedrohungsszenarien nicht mehr gerecht. Professionelle Angriffe umgehen die standardmäßigen Schutzmechanismen inzwischen problemlos.
Kurz gesagt: Wer ernsthaft IT-Sicherheit für KMU betreiben will, kommt um zusätzliche Sicherheitslösungen nicht herum. Das führt zu einem weit verbreiteten Problem:
Extra Produkt = extra Kosten – oft ungeplant, schwer skalierbar und ohne zentrale Sicherheitsstrategie.
Die realen Risiken für KMU
Laut dem Digitalbarometer Mittelstand 2023 waren 62 % der befragten kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr Ziel eines Cyberangriffs. Besonders brisant: 44 % der Angriffe blieben zunächst unbemerkt und wurden erst durch Folgeschäden erkannt.
Die häufigsten Angriffsmethoden:
- Phishing (über gefälschte E-Mails oder Links)
- Social Engineering (telefonische oder digitale Manipulation von Mitarbeitenden)
- Ransomware (Datenverschlüsselung mit Lösegeldforderung)
- Angriffe auf Webanwendungen und Cloud-Dienste
Moderne Angriffe kombinieren oft mehrere dieser Techniken. Standardlösungen ohne Monitoring, Logging oder Alarmierung bieten hier keinen ausreichenden Schutz. Das macht Web Security zu einem zentralen Thema – auch und gerade für KMU.
Warum KMU besonders gefährdet sind
Anders als große Unternehmen verfügen KMU oft nicht über eigene IT-Abteilungen oder CISOs (Chief Information Security Officers). Die IT wird häufig „nebenbei“ betreut – oft von Dienstleistern, die sich vor allem um Funktionalität, nicht aber um Sicherheit kümmern.
Herausforderungen für KMU:
- Geringes Sicherheitsbudget
- Kaum internes Know-how zu aktuellen Bedrohungen
- Fehlende Notfall- oder Wiederherstellungspläne
- Keine regelmäßigen Penetrationstests oder Audits
Ein weiteres Problem: Das Sicherheitsbewusstsein bei Mitarbeitenden ist oft niedrig. Laut einer Studie von Proofpoint erkennen nur 41 % der Beschäftigten Phishing-Mails zuverlässig. Schulungen finden selten statt – dabei sind sie essenziell.
IT-Sicherheit prüfen: Erste Schritte für KMU
Die gute Nachricht: Auch kleine Unternehmen können sich effektiv schützen – mit den richtigen Maßnahmen. Der Einstieg beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme:
- Welche Systeme und Daten sind besonders schützenswert?
- Gibt es regelmäßige Backups – und wurden diese getestet?
- Werden Updates automatisiert und zeitnah eingespielt?
- Wie sind mobile Geräte und Homeoffice-Arbeitsplätze abgesichert?
Ein strukturierter IT-Sicherheitscheck hilft dabei, den Status quo zu erfassen und priorisierte Maßnahmen abzuleiten. Noch besser: Ein professionelles IT-Sicherheit Audit nach Standards wie der DIN SPEC 27076, das speziell für kleine Unternehmen konzipiert wurde.
Relevante Maßnahmen für bessere IT-Sicherheit
Die folgende Übersicht zeigt, welche Maßnahmen KMU konkret umsetzen sollten – viele davon mit geringem Aufwand realisierbar:
Technische Maßnahmen
- Firewall und Endpoint-Schutz (z. B. mit erweiterten Tools wie ESET, Sophos oder Bitdefender)
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Anwendungen
- Zentrale Benutzerverwaltung über Azure AD oder Google Admin
- E-Mail-Verschlüsselung (z. B. über S/MIME oder PGP)
- Web-Filter und DNS-Schutz gegen Schadseiten
Organisatorische Maßnahmen
- IT-Sicherheitsrichtlinien für alle Mitarbeitenden
- Regelmäßige Schulungen zu Phishing, Social Engineering und Passwortsicherheit
- Notfallpläne (Incident Response, Datenwiederherstellung, Kommunikation im Krisenfall)
- Verantwortlichkeiten klären: Wer ist für welche Sicherheitsbereiche zuständig?
Präventive Analyse-Tools
- Vulnerability Scans: Regelmäßige Überprüfung von Schwachstellen
- Log-Management: z. B. über SIEM-Systeme zur Anomalie-Erkennung
- Backup-Tests: Funktionieren Ihre Wiederherstellungen wirklich?
Microsoft 365 und Google Workspace sicher machen
Wer mit Microsoft 365 oder Google Workspace arbeitet, sollte die Standardkonfiguration dringend prüfen und optimieren:
- Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig außerhalb der Microsoft-/Google-Cloud.
- Nutzen Sie Drittanbieter-Tools, etwa für Mail Security (z. B. Hornetsecurity), Backup (z. B. Veeam) oder zusätzliche Authentifizierung (z. B. YubiKey).
- Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden, insbesondere im Umgang mit geteilten Ordnern, Links und Berechtigungen.
Fazit: IT-Sicherheit ist kein Plug-and-Play
Standardlösungen wie Microsoft 365 oder Google Workspace sind leistungsstarke Werkzeuge – aber keine vollwertigen Sicherheitslösungen. Moderne Bedrohungen sind komplex und dynamisch. Sie erfordern individuelle Strategien, strukturierte Schutzmaßnahmen und kontinuierliche Anpassung.
Wer seine Unternehmensdaten wirklich schützen will, sollte die IT-Sicherheit prüfen, individuelle Risiken bewerten und gezielte Maßnahmen einleiten. Mit einem fundierten IT-Sicherheit Audit, dem richtigen Know-how und professioneller Unterstützung schaffen auch kleine Unternehmen ein solides Sicherheitsfundament.
Der erste Schritt? Eine unabhängige Einschätzung. Über cyberrisikocheck.it können KMU eine kostenlose Erstberatung buchen, um ihre Sicherheitslage realistisch bewerten zu lassen – praxisnah, neutral und auf Augenhöhe.